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Mehrere Flüchtlinge sitzen an einem Tisch. Der Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter, diskutiert stehend mit ihnen.
© Stadt Jena / B. Glasser

Allgemeines

Die Zahl der Menschen, die weltweit vor religiöser, politischer oder ethnischer Verfolgung, vor Menschenrechtsverletzungen und bewaffneten Konflikten fliehen, ist so hoch wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die meisten dieser Menschen sind Binnenflüchtlinge im eigenen Land oder in die Nachbarländer geflüchtet.

So nehmen etwa der Libanon und Jordanien die meisten Flüchtlinge im Verhältnis zur Zahl ihrer Einwohner auf. Misst man die Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge im Verhältnis zur wirtschaftlichen Stärke (Bruttoinlandsprodukt je Einwohner) des aufnehmenden Landes, leisten Äthiopien, Pakistan und der Tschad am meisten. Deutschland liegt bei diesen Vergleichen auf Rang 50 bzw. 49 (Stand Ende 2014).

Diese Zahlen haben Gründe, denn von den weltweit 60 Millionen auf der Flucht befindlichen Menschen kommen nur etwa 5,2% nach Europa.

Situation in Deutschland

In Deutschland stieg die Zahl der Asylanträge zwischen Ende 2013 bis Juli 2015 von 127.000 Anträgen bis auf 218.000. Aktuelle Prognosen gehen von einer Aufnahme von 800.000 Flüchtlingen im Jahr 2015 in Deutschland aus. Im europäischen Vergleich nimmt die BRD augenblicklich den weitaus größten Anteil an Flüchtlingen auf, gefolgt von Frankreich, Schweden und Italien. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl werden in Schweden und Malta die meisten Flüchtlinge aufgenommen. Deutschland rangiert auf Platz zwölf (Stand Ende 2014).

Herkunftsländer

Folgende Herkunftsländer waren im Zeitraum Januar bis Juli 2015 am stärksten vertreten: Syrien mit 42.100 Erstanträgen, Kosovo mit 29.997 Erstanträgen und Albanien mit 29.353 Erstanträgen. Mehr als die Hälfte aller seit Januar gestellten Erstanträge entfällt damit auf diese drei Herkunftsländer. Weitere Länder waren Serbien, Irak, Afghanistan, Mazedonien, Eritrea, Nigeria, Pakistan und Sonstige.

Die Schutzquoten (asylberechtigt nach Genfer Flüchtlingskonvention, Flüchtlingsschutz nach §3 des Asylverfahrensgesetzes sowie subsidärer Schutz) differieren je nach Herkunftsland der Asylsuchenden sehr stark: Sie lagen Ende 2013 bei 0,2 % bei Serbien und 94,3 % bei Syrien.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche machen ungefähr ein Drittel der Schutzsuchenden in Deutschland aus. Aus der Altersstatistik der in Jena kommunal untergebrachten Flüchtlinge wissen wir, dass 37% unter 18 Jahre alt sind, 59% sind unter 27 Jahren (Stand August 2015). Hinzu kommen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Unbegleitete Minderjährige

Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge sind Flüchtlinge, die noch nicht volljährig sind und die ohne sorgeberechtigte Begleitung nach Deutschland kommen. Für die Einstufung als minderjährig sind zunächst die Eigenangaben des Flüchtlings ausschlaggebend. Eine behördliche Alterseinstufung erfolgt im weiteren Verfahren.

Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge haben internationalen Konventionen zufolge (z.B. UN-Kinderrechtskonvention, Haager Minderjährigen Schutzabkommen) sowie nach europäischen und nationalen Vorhaben einen besonderen Schutz. Sie werden von Anfang an durch das zuständige Jugendamt betreut. Dieses kümmert sich um Aufnahme, Unterkunft, Versorgung und Betreuung.

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